- Es tut mir leid! De momento estoy muy atereado (= Im Moment bin ich sehr beschäftigt). Ich kann also nicht bloggen. So ein Urlaub in Spanien ist zeitausfüllend. Ich muss mich um Felix' Rucksack kümmern, der - mit Felix' Wissen (Danke) - mit mir fremd geht, ich muss den Flug verarbeiten, der mir mal wieder viel Spass gemacht hat, obwohl die Freiheit über den Wolken nicht grenzenlos ist, und ich muss das schöne Leben auf Mallorca geniessen.
Meine zaghaften Spanischkenntnisse waren bisher hilfreich, denn ich kann nach fast allem fragen, wonach ich fragen muss, wenn ich mich hier allein zurechtfinden will, aber es ist schon tragisch, dass ich meine erste wirkliche 'conversación trivial' (= smalltalk) in Palma auf dem Plaza de España mit ITALIENERN führte. Dafür gabs Plätzchen (= galletas) und die Auskunft, dass sie aus Napoli seien. "¿De donde sois vosotros?" versteht scheinbar jeder. Mich allerdings nicht: Als ich am Busbahnhof nach einem"billete" fragte, bekam ich statt der erhofften Fahrkarte einen Fahrplan. Immerhin in die richtige Richtung - nach Santanyí nämlich -, und als ich den Busfahrer später die Auskunft entlocken wollte, ob die nächste Station die sei, an der ich aussteigen müsse, kriegte ich die Antwort, die Strassen seien ziemlich eng.Aber sonst ist alles gut. Mi amigo Manuel ist der beste Gastgeber, den man sich wünschen kann. Wir essen, trinken und reden viel, ich durfte seinem Fahrrad einen Platten verpassen und zur Belohnung in seinem VW Cabrio über die Insel fahren, ich habe im Mittelmeer und im Pool gebadet, wir haben im "Black Cat" abgetanzt bis in die frühen Morgenstunden, und nun sind die Sachen gepackt. Morgen machen wir unsere viaje en barco a Valencia (= Reise mit der Fähre nach Valencia) und von dort aus - mit Manuel überallhin, auch in den Verschollenenstatus - sehen wir "... weiter, immer weiter, was solls."
Samstag, 30. August 2008
Lo siento! (st.)
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Steffen Tendler
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Freitag, 22. August 2008
Esto es ...? (st.)
"Esto es el autobus para (oder heißt es 'a'?) Santanyí?" werde ich am kommenden Donnerstag fragen müssen, wenn ich den Flughafen in Palma de Mallorca verlassen habe und in einen Bus einsteige, von dem ich annehme, er ist der richtige. Wenn der Busfahrer mit "Si, señor!" antwortet, dann kann ich sagen: "Quisiera un billete, por favor." Wenn er mir aber mitteilt: "No, señor!" dann habe ich etwas falsch gemacht und kann mich noch einmal durchfragen mit "De donde sale el autobus para (0der heißt es 'a'?) Santanyì?" Und wenn ich Glück habe finde ich den richtigen Bussteig. Oh je.
Vorgestern teilte mir Manuel mit, er könne mich bei meiner Ankunft in Palma nicht vom Flughafen abholen, weil er arbeiten müsse, und ich fand das traurig, aber auch sehr praktisch. Kann ich doch bei dieser Gelegenheit gleich mal meine minimalen Spanischkenntnisse ausprobieren. Seit April versuche ich nun schon mit zweifelhaftem Erfolg, ein paar Brocken dieser Sprache in meinen Schädel zu kriegen, und letztens sagte mir Manuel am Telefon, ich müsse noch eine Menge lernen. "Verdat?" (= "Wirklich?") fragte ich, und por supuesto (= selbstverständlich) war das eine durchaus überflüssige Frage. Ich ahne schon, daß es mir zunächst einmal wenig nützt, wenn ich weiß was 'Nähnadel' (= la aguja), 'Faden' (= el hilo) oder 'Reißverschluß (= la cremallera) heißt. Obwohl: die Wörter klingen so schön, und ich könnte sie, wenn ich mich verlaufe, wie ein mich stärkendes Mantra vor mir hersagen. Aber ob ich das will? Ich meine: mich verlaufen?
Da übe ich am nächsten Sonntagabend doch lieber noch ein wenig Spanisch mit Manuel, inszeniere ein telefonisches Rollenspiel, bei dem er jeder Spanier sein darf, der er sein will, und ich als unbedarfter Tourist im Ausland daherkomme, der sich mehr oder weniger gar nicht zurechtfindet. Er wird was zu lachen haben, und ich darf noch einmal ungestraft meine hilflosen Fragen stellen.
Ein paar Tage später wird es dann aber ernst. Auf Mallorca gibt es derzeit Höchsttemperaturen um die 30° Celsius. Diese luxuriöse Tatsache bringt mich schon voller Vorfreude zum Schwitzen. Überwältigend aber wird der Angstschweiß sein, der mich angesichts meiner Sprachunsicherheiten überschütten wird. Ich habe mir fest vorgenommen, kein Wort Deutsch zu sprechen, bevor ich Manuel dann irgendwann im Laufe des Tages begrüßen kann - oder er mich irgendwo aufgabelt. Ich will nicht zu den Leuten gehören, die immer noch glauben, Mallorca sei ein deutsches Bundesland oder eine Kolonie der BRD. Inwischen weiß ich, daß ich mit der Buslinie 501 oder 502 fahren muß, um an mein Donnerstagstagesziel zu gelangen. Von Palma aus braucht der Bus vielleicht eine Stunde nach Santanyí oder anderthalb, und ich bin mir sicher, daß mich Manuel per Telefon ausreichend für meine erste praktische Spanisch-Sprachprüfung präparieren wird.
Und eigentlich bin ich jetzt schon in Reiselaune. Aber ich darf noch nicht loslegen. Ich muß noch ganze drei Tage arbeiten, und dazwischen liegt ein langes Wochenende. Also warte ich ungeduldig noch ein Weilchen "... weiter, immer weiter, was solls."
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Steffen Tendler
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Mittwoch, 20. August 2008
Alle Jahre wieder? (st.)
Nun ist Felix wirklich und richtig da. Vor einem Jahr haben wir uns auf Balkonien mit einer Menge Absinth ausgiebig verabschiedet, und gestern haben wir uns mit einer Menge Absinth ausgiebig begrüßt. Die Bilder gleichen sich. Wir sind - glücklicherweise - dieselben geblieben, aber um uns herum hat sich innerhalb eines Jahres eine Menge verändert. "Nach 365 Tagen, 486 geschriebenen Briefen und Postkarten, 62750 zurück gelegten Kilometern und 36 verschiedenen Unterkünften" ist Felix inzwischen schon wieder zwei Wochen hier in Deutschland, und wenn ich daran denke, was alles er vorhat, dann bin ich schon gespannt, wie er das alles meistern wird. Ich bin mir sicher, er kriegt alles auf gewohnte Art und Weise sehr gut hin und wird auch weiterhin für die eine oder andere Überraschung sorgen. Ich bin froh darüber, daß ich an allem ein bissel teilhaben darf, und ohne Zweifel lädt mich die Energie, mit der Felix immer wieder ans Werk geht, selbst immer wieder mit auf.
Ich selbst hatte mir unser Wiedersehen ja etwas melodramatischer vorgestellt. Aber als wir uns vor knapp zwei Wochen das erste Mal nach Felix' Rückkehr wiedertrafen, war das einfach nur entspannend schön und wie es sein mußte. Inzwischen hatten wir ausreichend Zeit, einander ein paar wichtige Sachen zu erzählen, und gestern Nacht auf Balkonien gabs im Beisein der Grünen Fee sozusagen das Begrüßungsfinale. Wie versprochen konnte ich Felix einen Batzen beschriebenen Papiers überreichen, und ich hoffe sehr, daß er damit etwas anfangen kann. Manchmal lande ich ja einen Treffer, und von einem der Bücher, die er an unserem ersten gemeinsamen Abend von mir in die Hand gedrückt bekam, schwärmte er gestern ganz begeistert. Man freut sich ja, wenn man den Nerv der Leute trifft, die man kennt und mag.
In Gedanken waren wir beide auch eine zeitlang bei Manuel. Vor allem um Mitternacht. Manuel hat heute Geburtstag - Muchas felicidades en cumpleaños! -, und natürlich denke ich die ganze Zeit daran, daß ich in einer Woche schon fast auf dem Weg nach Spanien bin. Vielleicht gibts ja mal eine Reise zu dritt, und ein passendes Reiseziel wüßten wir wohl schon. Ich meine damit nicht die Mongolei. Aber das ist eine andere Geschichte und immerhin wieder einmal ein Grund zu viel Vorfreude.Jetzt zählt allerdings erstmal das: Gut, Felix, daß Du wieder hier bist. Wie man sehen kann, hat die orangene Couch Dich wieder, und solange sie in meiner Wohnung steht, ist darauf immer Platz für Dich. Und 'ansonsten' (O-Ton Felix!) geht es "... weiter, immer weiter, was solls."
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Steffen Tendler
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20:02
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Mittwoch, 13. August 2008
Backgammon, digitale Spiegelreflexkameras und Pferderennen (st.)
Wie das aktuellste Satellitenfoto aus dem Stadthafen zeigt, war man gestern abend im Backgammon-Fieber. 'Man' sind Marcus und ich. Ich selbst kann ja stundenlang Backgammon spielen. Gerade bildet sich in meinem Jugendclub eine kleine Fraktion von Backgammonspielern, und einer davon ist dabei, mir ein ernsthafter Gegner zu werden. So wie Marcus. Und so wie Hannes einer war, bevor er - wer weiß wohin - verloren ging.
Backgammon ist ja ein Spiel, in dem man Würfelglück mit strategischem Geschick wunderbar kombinieren kann. Wenn man keine Ahnung hat, nutzen einem die besten Würfe nichts. Soll heißen: man verkackt es. Mit der richtigen Strategie aber kann man auch aus nichts viel machen und seinen Gegner zur Verzweiflung bringen. Man darf nur nichts überstürzen, man kann sich Zeit lassen. Es ist nicht wichtig, so schnell wie nur möglich auf sein eigenes Homeboard zu kommen. Viel mehr Spaß macht es, strategisch wichtige Points zu besetzen, den Gegner ab und zu zu schlagen und ihn nicht mehr ins Spiel kommen zu lassen. Es ist schon ein Spaß, wenn man alle Points in seinem eigenen Homeboard belegt hat, und der gegnerische Spieler verzweifelt darauf wartet, sich wieder einwürfeln zu können, während man genüßlich beginnt, seine eigenen Steine abzutragen.
Backgammon ist aber vor allem auch deshalb ein für mich reizvolles Spiel, weil man, selbst wenn man sich auf der Verliererstraße glaubt, das Spiel sehr oft noch kippen kann und der vermeintliche Sieger plötzlich ein bissel bedrippelt aussieht. Es ist wie im wirklichen Leben. Gerade noch ist der Himmel bedeckt, aber dann bohrt sich die Sonne ein Loch durch die Wolkendecke und endlich ist wieder eitel Sonnenschein. Bis zur nächsten Wolkenattacke.
Zu den Würfen fällt mir übrigens noch etwas ein. Ja, klar, es gibt gute und schlechte Würfe, man kann aus nichts viel und aus viel nichts machen. Das ist ebenso wie im wirklichen Leben. In meinem Umfeld ist derzeit das Kamerafieber ausgebrochen. Ein halbes Dutzend Leute protzt mit teuren digitalen Spiegelreflexkameras. Manche machen phantastische Bilder damit, andere kriegen bloß Knipsbilder hin, die sich von denen, die ich mit meiner kleinen Seifendose mache, auch nicht unterscheiden. Teure Technik ist nur sinnbringend, wenn man mit ihr umgehen kann.
Vor einem Vierteljahrhundert war ich noch regelmäßig auf Pferderennbahnen zu Gange. Den großen Gewinn fuhr ich bei meinen Wetten nie ein. Jedoch habe ich eins gelernt: Ein schlechter Jockey muß mit einem guten Pferd noch lange nicht als Erster durchs Ziel kommen, aber ein guter Jockey kann aus einem schlechteren Pferd einen echten Crack machen. Im Grunde genommen ist es wie immer und überall: Man kann die Dinge falsch oder richtig machen, aus Gold wird Scheiße oder aus Scheiße wird Gold, Glück in der Liebe und Pech im Spiel - oder umgekehrt -, und auch ein Tritt ins Glück kann einen Menschen zum Fallen bringen. Trotzdem geht es meist - so oder so - "... weiter, immer weiter, was solls."
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Steffen Tendler
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22:22
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Montag, 11. August 2008
Unkaputtbar? (st.)
Die Welt, meine Welt, ist wirklich wenig belastbar. Als ich heute morgen pünktlich zu Dienstbeginn in meinem Jugendclub ankam, stand ich vor den Trümmern unseres Pavillons. Wir haben ihn mit den jungen Leuten selbst aufgebaut, wir haben ihm Farbe verpaßt, wir haben ein paar Grafitti dran gesprüht, und über Nacht haben dumpfe Vandalen alles zerstört. Von den Materialkosten abgesehen, steckte auch eine ganze Menge Arbeit drin. Heute kam alles auf den Sperrmüll. Schöne Scheiße. Und klar: ich ärgerte mich sehr.
Da konnte es mich nicht erschüttern, daß mich, nachdem ich den ganzen Tag mit trotz allem gut gelaunten jungen Leuten zusammen gewesen war, auf dem Heimweg auch noch ein Fahrradplatten ereilte. Nach wie vor sind die Radwege voller Glasscherben, und nach wie vor halte ich Menschen, die ihre Flaschen überall, wo es ihnen einfällt, achtlos zerschlagen und rücksichtslos liegen lassen, für dumme Schwachmaten, die mal ein paar Semester Besenkolonne absolvieren müßten.
Ich schob mein Rad also mal wieder ein paar Kilometer, ließ mich nicht berirren, lernte spanische Vokabeln (En mi bicicleta se ha ido otra vez el aire de las ruedas. (= Bei meinem Fahrrad ist mal wieder die Luft aus den Reifen.) ) und dachte darüber nach, warum die Welt nicht unkaputtbarer ist. Immer geht einem alles kaputt. Oder es wird kaputt gemacht. Mal die Fahrradreifen, mal eine freundschaftliche Beziehhung, mal ein Pavillon, mal die große Liebe, mal die Lieblingstasse mit Erinnerungswert, mal die Programme auf dem Schlepptopp, mal dies und das, und die Liste ist lang. Noch nicht einmal da wo 'Unkaputtbar' dran steht ist 'Unkaputtbar' drin. Aber so lange einem nur der Außenrückspiegel abgefahren wird, ist es eher nicht so dramatisch.
Trotzdem steht die Frage: Warum ist nicht alles ein bissel dauerhafter? Warum verschleißt alles so schnell? Warum sind die Haltbarkeitsdaten nicht länger? Warum kann man nie festhalten, was man gerade mal hat? Warum ist alles so endlich? Warum ist nie etwas für immer und ewig und bis daß der Tod uns scheidet?
Ich habe wirklich keine Ahnung. Aber vielleicht ist das deshalb so, damit wir achtsamer und aufmerksamer werden, damit wir immer wieder einen Grund haben, Altes zu verwerfen und Neues zu beginnen, damit wir nicht in einem allzu luxuriösen Stillstand verharren, damit wir nicht dazu kommen, die Beine hochzulegen und als lebendiger Toter in Zufriedenheit erstarren.
Trotzdem kann ich mir besseres vorstellen, als immer und immer wieder Reifen zu flicken. Man kann seine Energien auch anders investieren. Aber ich komme wohl nicht drum herum. Also gehe ich jetzt hinunter, sorge dafür, daß ich wieder Luft im Rad habe, und dann rollt mein Leben morgen sicherlich "... weiter, immer weiter, was solls."
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Steffen Tendler
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Samstag, 9. August 2008
Lagerfeuerromantiker (st.)
Nach zwei Wochen Urlaub hatte ich am Dienstag meinen Start von Null auf Hundert - Sachen packen, zum 'Dienst' fahren, Kinder einpacken und ab ins Kanucamp. Eigentlich fuhr ich ungern. Felix würde am Mittwoch zurückkommen und ich würde nicht dasein. Aber: Scheiß drauf. Mit dauerhaft gut gelaunten Kindern in Ferienstimmung und einer Kollegin, wie man sie sich nur wünschen kann, wurde mir die Zeit nicht lang. Wir waren täglich ein paar Stunden paddeln, jeden Abend baden und in den Nächten fütterten wir unser Lagerfeuer. In der Nacht zum Donnerstag schliefen die Jungs und ich dort, und während ich den Schlaf meiner 'chicos locos' bewachte, wußte ich schon, daß Felix wieder da war. "Sie haben ihn. Er ist sehr fit und er wurde reich beküßt. Ha ha ha", berichtete die SMS, die er mir geschickt hatte. Seine Eltern und Franzi hatten ihn am Flughafen in Frankfurt in Empfang genommen, und Franzi hatte getan, was sie tun sollte. Da machte es schon Spaß, in die Flammen zu schauen und zu träumen.
Einen Tag später - ich guckte wohl gerade wieder ins Feuer - kam per SMS Felix' Anfrage: "Sag mal, Steffen, sollen Franzi und ich morgen kochen - mit nem Wein und so?" Aber, na klar sollten sie kochen. Ich würde nach Hause kommen, meinen abtrünnigen Weltreisenden begrüßen und mich in bester Gesellschaft ausruhen können. Auch wenn es mir in meinem Kanucamp mehr als gut ging, fieberte ich nun der Abreise entgegen. Mückenstichgespickt kam ich gestern zu Hause an, die Rechnung mit den Nebenkosten für die Wohnung vergrub ich unter den zu erledigenden Nebenangelegenheiten, und dann entspann sich der alltäglischste SMS-Wechsel der Welt: "Wir treffen dann gegen 18 Uhr bei Dir ein." - Ich freue mich drauf - "Hast Du Mehl und nen Mixer und Zwiebeln?" - Mehl ja, Mixer und Zwiebeln nein. - "Wieviel Mehl?" - Ein Kilo, wenn es noch gut ist? - "Wir können in ner halben Stunde schon da sein?"
Und dann waren sie da. Wie wunderbar es sich anfühlte, Felix nach einem Jahr wieder in den Arm nehmen zu können. Ich hatte ein paar Freudentränen für ihn übrig, doch sie hielten sich in Grenzen. Er hatte ein bissel zugelegt, aber so hatte ich mehr zum Anfassen. Und er lachte die ganze Zeit. Im Grunde genommen war es, als sei er gar nicht weggewesen. Jedenfalls nicht für so lange. Er redete wie 'früher', er lachte wie 'früher', allerdings kochte er besser als 'früher'. Ich hatte ich ihn noch nie 'Piroschkis' machen sehen. Also genoß ich es, ihm und Franzi beim Teig kneten und so zuzuschauen. Und schließlich saßen wir für alle sichtbar auf meinem 'magic balkon', aßen, tranken, schwätzten, und es war klar, daß wir das immer wieder haben werden. Da war meine Erkenntnis des Tages ganz logisch: Meinetwegen darf Felix immer wieder verreisen, egal, wohin, er kommt ja wieder. Und es geht "... weiter, immer weiter, was solls.
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Steffen Tendler
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Dienstag, 5. August 2008
Mittwoch ist er fällig (st.)
Daß gerade Manuel mich auf diesen Song von Rosenstolz hinwies, ist ganz klar ein bissel sehr spitzbübisch. Und daß ich sofort wußte, ich würde das Video zu diesem Song hier in mein blog stellen, ist nicht weniger spitzfindig. Aber es ist doch auch wirklich der perfekte Willkommensgruß, nicht wahr, Felix!? Komm Du mal aus Australien hier an. Morgen. An einem Mittwoch. Alle, die Dich mögen, werden auf die eine oder andere Art und Weise scharf auf Dich sein. Alle werden über Dich herfallen. Denn ab Mittwoch bist Du fällig. Aber gib ihnen nicht alles, so daß noch was an Dir dran ist, wenn ich Dich begrüßen darf. Ich werde nicht gleich zur Stelle sein können, und wer zu spät kommt, den ... Doch dann, mein Lieber, wenn ich Dich erstmal zu fassen kriege ... sehen wir "... weiter, immer weiter, was solls."
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Steffen Tendler
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06:06
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